Sophie Wauer, geboren am 6. August 1930, gehörte zu den wenigen kompetenten Wissenschaftlern auf dem Gebiet der slawisch-deutschen Namenforschung. Nach dem Studium der Slawistik 1952–1956 an der Humboldt-Universität war sie bis 1990 (mit einer längeren Unterbrechung aus privaten Gründen) an der Akademie der Wissenschaften zu Berlin als Sprachwissenschaftlerin tätig.

Sie promovierte 1963 bei Hans Holm Bielfeldt mit der Arbeit „Die Ortsnamen des Kreises Schönebeck“. Neben vielen namenkundlichen Aufsätzen aus ihrer Feder und ihrer aktiven Mitwirkung an Internationalen Kongressen zur Namenforschung (ICOS) ist vor allem ihr großer Beitrag zum Brandenburgischen Namenbuch zu nennen. Sie hat die Bände „Die Ortsnamen der Priegnitz“ (1989), „Die Ortsnamen der Uckermark“ (1996) und „Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow“ verfasst. Von dem Band über die Priegnitz erschien auch eine populärwissenschaftliche Fassung. Für die bedeutende Reihe „Hydronymia Germaniae“ hat Sophie Wauer den Band „Das Flussgebiet der Havel (ohne die Spree)“ (1999) erarbeitet. Gefragt war sie auch als Mitarbeiterin an anderen Werken, z. B. dem Lexikon „Deutsches Ortsnamenbuch“, hrsg. von Manfred Niemeyer (2012), und dem Band „Brandenburg an der Havel und Umgebung“ (2006) der Reihe „Werte der deutschen Heimat“.

Sophie Wauer verstarb am 20. Februar 2012. Sie war seit vielen Jahren Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Namenkunde, ferner der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V. und des Uckermärkischen Geschichtsvereins e.V.

Reinhard E. Fischer (Berlin)

Werke Sophie Wauers im Titelnachweis der deutschen Nationalbibliothek