Schweden und wir alle in Europa verlieren mit dem Tod von Herrn Professor Thorsten Andersson einen hervorragenden Sprachforscher, scharfsinnigen Denker und überragenden Kenner historischer sprachlicher Entwicklungsprozesse. Seit seinem Studium in Münster war Thorsten Andersson stets mit dem deutschen akademischen Leben verbunden. Zugleich gehörte er zu den ältesten Mitgliedern des ICOS. Er war zuletzt 2003 bei einer internationalen Tagung zur Namenforschung in Leipzig mit Vortrag unter uns. 

Thorsten Andersson wurde am 29. Februar 1929 geboren und verstarb am 22. April 2018 im 90. Lebensjahr. Von 1971 bis 1994 war er Professor für Skandinavistik an der Universität Uppsala. In der Nordischen Onomastik war er ein führender Wissenschaftler. So gab er z. B.  von 1983 bis 2000 die schwedische Fachzeitschrift für skandinavische Ortsnamenforschung Namn och bygd heraus. Einiges über sein umfangreiches Lebenswerk kann unter seinem Namen im Internet nachgelesen werden.        

Persönlich werde ich Thorsten Andersson, den ich seit 1969 vom ICOS in Wien kannte, als  

stets freundlichen, aufgeschlossenen sowie sehr anregenden Forscher in der Onomastik ein dauerhaftes Gedenken bewahren. Das umso mehr, da er auch in den schwierigen Jahren des Eisernen Vorhangs in Europa nie den Kontakt abreißen ließ und sogar den Weg für eine  gemeinsame Tagung Upssala-Leipzig zur Sprachkontakt-Forschung 1986 bahnte. Dankbar erinnere ich mich an alle Begegnungen und auch daran, dass ich bis 2017 Korrespondenz mit ihm pflegen konnte.