Der am 6. Januar 1927 in Altendorf bei Bad Schandau geborene Dialektologe Helmut Protze ist am 23. Mai 2015 in Leipzig gestorben. Dr. Helmut Protze hat den Eigennamen in seinen linguistischen Untersuchungen stets Beachtung geschenkt. Hervorzuheben ist das onomastische Kapitel in seiner Bearbeitung des ältesten Zwickauer Stadtbuchs. Solange es ihm gesundheitlich möglich war, nahm er, langjähriges Mitglied, regelmäßig an den Kolloquien der GfN teil.

Aus der von Theodor Frings begründeten Leipziger Schule hervorgegangen und 1955 mit einer Untersuchung zur Dialektologie Obersachsens promoviert, wurde Helmut Protze von seinem akademischen Lehrer auf die südöstlichen deutschen Sprachinseln hingewiesen. Fortan stand das Siebenbürgisch-Sächsische, insbesondere dessen Wortschatz, im Zentrum seiner Forschungen. Im Auftrag der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin und ab 1972 der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zeichnete er für die Revision und Herausgabe mehrerer Bände des seit über hundert Jahren in Arbeit befindlichen Siebenbürgisch-Sächsischen Wörterbuchs verantwortlich. 

Zu Helmut Protzes wichtigsten Publikationen gehört – auch hier mit besonderer Berücksichtigung der Namen – die sprachwissenschaftliche Bearbeitung des ältesten Stadtbuchs von Göllnitz/Unterzips sowie ein Wortatlas der städtischen Umgangssprache. – Die Namenforschung, sofern sie sich mit den von Helmut Protze untersuchten Themen und Gebieten befasst, wird dankbar auf seine Publikationen zurückgreifen.