Datenbanken der Forschungsstelle für Personalschriften

Bereits im Workshop am 22. Januar diesen Jahres erläuterte Dr. Eva-Maria Dickhaut, Leiterin der Forschungsstelle für Personalschriften, die potenzielle Bedeutung von Personalschriften als onomastische Quelle. Im Folgenden soll auf diese wertvollen Datensammlungen nochmals aufmerksam gemacht werden. Diese werden in übersichtlichen Datenbanken online zur Verfügung gestellt. Als multi- und interdisziplinäre Quelle sind die Leichenpredigten für die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen von Interesse: für Historiker aller Richtungen, z. B. Literatur, Kunst, Kultur, aber auch Medizin und Pharmazie, ebenso wie beispielsweise für Germanisten oder Theologen.

Datenbankenübersicht

Zur Rechercheauswahl stehen derzeit sechs verschiedene Datenbanken:

  • Gesamtkatalog deutschsprachiger Leichenpredigten (GESA)
  • Titelblattkatalog der Leichenpredigten in der Universitätsbibliothek Breslau (TBK)
  • Fortlaufend aktualisierte Bibliographie zu Leichenpredigten
  • Thesaurus Locorum – Datenbank frühneuzeitlicher Ortsnamen (THELO
  • Thesaurus Professionum – Datenbank frühneuzeitlicher Berufsbezeichnungen (THEPRO)
  • Katalog der sicherungsverfilmten ausgewählten deutschsprachigen Altbestände der UB Breslau (SIBRES)

Die klar strukturierte und bestens navigierbare Internetpräsenz gewährleistet ein schnelles und problemloses Arbeiten bzw. Recherchieren.

Beispielname METZ
Beispielname METZ
Beispielname METZ
 

Sucht der Benutzer historische Daten zu einem Personennamen, hat er die Wahl zwischen dem GESA oder dem TBK. 
Bislang wurden 210.432 Datensätze allein im GESA erfasst. Hier werden, wenn vorhanden, folgende Daten erhoben (Quelle: Forschungsstelle für Personalschriften):

  • Nachname und Vorname(n) der/des Verstorbenen
  • Geburtsname und Witwenname(n) einer verheirateten Verstorbenen
  • Nachname und Vorname(n) des im Katalogeintrag zuerst genannten Verfassers
  • Todesjahr der/des Verstorbenen
  • Erscheinungsjahr der Leichenpredigt oder sonstigen Trauerschrift
  • Druckort, wenn dieser fehlt, der Sterbe- oder Beerdigungsort
  • Eine Identifikation des Eintrages in der jeweiligen Sammlung ermöglichen:

    • Standortangabe mit Adresse der jeweiligen Institution
    • Signatur
    • Bibliographischer Katalognachweis

Der Titelblattkatalog der Leichenpredigten und sonstiger Trauerschriften in der Universitätsbibliothek Wroclaw/Breslau erschließt insgesamt 29.107 Titelblätter (Quelle: Forschungsstelle für Personalschriften). 

Bei beiden Datenbankoptionen kann der Benutzer zunächst zwischen einer Registersuche oder einer erweiterten Suche wählen. Bei Letzterer wird die Suchmaske, neben dem Personenname-Suchfeld (mit Sub-Filtern, wie Geburtsname, Zweitname etc.), um die Suchoptionen 2. Suchbegriff, Zeitfilter, Suchmodus, Phonetische Suche und Digitalisate ergänzt.

Sucht der Benutzer beispielsweise den Namen Metz mit der Registersuche hat er sowohl beim GESA als auch beim TBK zunächst die Möglichkeit das Register durch Namen von VerstorbenenNamen von Verfassern und Namen von Orten zu filtern, um dann den gesuchten Namen einzutragen. Verwendet man die Erweiterte Suche, erhält man zusätzliche Filteroptionen (siehe oben). Im TBK ist das Ergebnis dann ein gut aufgelöster Scan des gefundenen Titelblatts (vergleiche die Abbildungen). Das Suchergebnis wird übersichtlich in Listenform präsentiert.

THELO-Datenbanksuche

Begibt sich der onomastisch Interessierte auf Ortsnamensuche, bietet ihm die THELO-Datenbank zwei mögliche Herangehensweisen an: zum einen die Registersuche und zum anderen die Kartensuche.
Am Beispiel Leipzigs wird dies im Bildbeispiel veranschaulicht. Die Ergebnisliste zeigt zunächst das Ziel-Item in einer alphabetischen Liste an – somit findet sich unser Zielort mit einigen seiner Schreibvarianten zwischen den Orten Leipsdorff und Leislau wieder. Klickt man eine der Schreibvarianten an, erhält man ein kompaktes Bild mit Lokalisierung und Belegen (vgl. Abbildung).

THEPRO-Datenbanknutzung

Informationen über (alte) Berufsbezeichnungen erhält der Benutzer in der THEPRO-Datenbank. Als Suchoptionen stehen hier wieder die Registersuche zur Verfügung und zu dem die Sytematiksuche. Erstere erklärt sich erneut von selbst. Hier hat der Benutzer die Möglichkeit der Eingrenzung der Suche nach historische und normierte oder normierte Form. Beim Test dieser Funktion fiel auf, dass bspw. eine Suche nach dem Einzelbegriff Walker keinen Treffer ergab, obwohl das zusammengesetzte Substantiv Tuchwalker gelistet und erklärt ist. Die „Systematiksuche“ brachte schließlich das gewünschte Ergebnis. Es gilt hierbei zwischen einzelnen Berufsgruppen – Kirche, Militär, Handwerk etc. – zu wählen. Anschließend folgt eine alphabetische Auflistung aller dieser Berufsgruppe zugehörigen Berufe mit deren Untergruppen und ggf. einer Karte der heutigen Verbreitung, der Verbreitung im historischen Ostmitteleuropa sowie der Verbreitung im restlichen Europa.

Am Beispiel Silber lassen sich die Varianten schön aufzeigen – man erhält eine Auflistung aller möglichen Kombinationen (siehe Abbildung).

Als Fazit lässt sich festhalten, dass ein Besuch dieser übersichtlichen Online-Quelle sehr zu empfehlen ist. Probieren Sie sich aus. Die anwenderfreundliche Plattform ermöglicht Ihnen ein entspanntes Recherchieren.