Beatrice Hofmann-Wiggenhauser: Namengebrauch als immaterielles Kulturerbe der UNESCO. Ein Beitrag zur subjektiven Wahrnehmung des Namenraumes und die Konzeptualisierung von Namenfeldern aus Sicht des onomastischen Laien. Basel: Schwabe, 260 S. ISBN-13: 9783796537080, Preis: EUR 38,– (DE). 

Im Dezember letzten Jahres erschien die Untersuchung von Dr. Beatrice Hofmann-Wiggenhauser zum Namengebrauch als immaterielles Kulturerbe. Während Sprachwissenschaftler, Historiker und Forscher der Volkskunde Flurnamen auf ihren Ursprung und das zugrunde liegende Wortmaterial hin untersuchen, stellt die Arbeit von Dr. Hofmann-Wiggenhauser die Frage, welche Bedeutung den Flurnamen in unserer Gesellschaft zukommt. Die Flurnamen werden meist mündlich von Generation zu Generation weitergegeben und in Auseinandersetzung mit ihrer Natur und Umwelt fortwährend neu geschaffen. Der Namenraum unterliegt dabei Veränderungen und kann sich erweitern oder verringern. Die Konzeptualisierung dieser Namenräume durch den namengebenden Akteur wird als immaterielles Erbe verstanden.

Die Arbeit, die eine überarbeitete Version der Dissertation darstellt, untersucht den Gebrauch der Flurnamen als immaterielles Kulturerbe im Sinne der UNESCO. Im Bereich der Onomastik wird erstmals eine Wahrnehmungsonomastik theoretisch beschrieben und mit einer Pilotstudie werden erste Erkenntnisse gewonnen. Die Untersuchung erforscht das Bewusstsein und die Wahrnehmung der Namen durch onomastische Laien. Dabei werden die Flurnamen des Bezirks Thal im Kanton Solothurn als sprachliche Praxis und immaterielle Ausdrucksform innerhalb der Erinnerungskultur erfasst und ausgewertet. Somit wird die bis dahin vorwiegend etymologisch arbeitende Namenkunde um eine subjektive Laienwahrnehmung erweitert.

Dr. Beatrice Hofmann-Wiggenhauser studierte Germanistik und Medienwissenschaften an den Universitäten Basel und Zürich und arbeitet zurzeit an der Universität Basel in der Forschungsstelle Solothurnisches Orts- und Flurnamenbuch am aktuellen Band „Die Flur- und Siedlungsnamen der Amtei Thal-Gäu“.