Anlässlich eines stolzen Rückblicks von weit über tausend Jahren auf die Bistumsgründungen östlich der Saale im Jahr 968 ist ein monumentaler sowie inhaltsreicher Katalogband mit umfangreichem Textteil erschienen. Der Titel lautet:

Thietmars Welt. Ein Merseburger Bischof schreibt Geschichte. Ausstellungskatalog, hrsg. von Markus Cottin und Lisa Merkel. Gesamtredaktion: Anne Büchle (Schriftenreihe der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, Bd. 11). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2018, 528 S. – Ladenpreis: 69.00 €. – ISBN:  978-3-7319-0745-9

Das von Bischof Thietmar von Merseburg vor genau einem Jahrtausend mit seinem Leben abgeschlossene umfangreiche Chronikwerk zur Geschichte vor allem seiner Zeit war unmittelbarer Anstoß für die Vorbereitung einer großen Ausstellung in Merseburg sowie zu dem durchgehend vorbildlich mit Bildwerk ausgestatteten Katalogband. Der über Jahre vorbereitete Textteil (S. 15 – 331) enthält für Sprachwissenschaft und Namenkunde informative Beiträge zu Geschichte, Besiedlung und kirchlichem Leben in Mitteldeutschland um 1000 n. Chr. Autoren sind u. a. Historiker wie Enno Bünz, Gerhard Graf, Wolfgang Huschner aus Leipzig und Uwe Schirmer aus Jena. Das Verhältnis Thietmars zu den Slawen von Polen über die Liutizen und Sorben bis zu den Tschechen wird ebenso wie die Interpretation von Orts- und Personennamen durch Thietmar in gesonderten Kapiteln von Karlheinz Hengst behandelt. Der Historiker Markus Cottin hat als bester Kenner der Verhältnisse um Merseburg den Ortsnamen in Thietmars Chronik ein abschließendes Kapitel gewidmet. Dabei befasst er sich mit Lokalisierungen sowie auch mit bisher nicht identifizierbaren Orten. Er bietet so zugleich Anregungen für neue Forschungen, die er durch zwei beigegebene Kartenbilder unterstützt.

Insgesamt kann der hier angezeigte Band als ein auch viel recht gut koloriertes Bildgut bietendes Nachschlagewerk zur Geschichte in einer ostmitteldeutschen Region sowie zu Besiedlung, Kirche und Leben vor tausend Jahren in den ostsaalischen Bistümern empfohlen werden.