Der Jahrgang 2017 der Fachzeitschrift „Namenkundliche Informationen / Journal of Onomastics“ mit den Nummern 109/110 ist ein besonderer Band. Es ist der 55. Jahresband. Und es ist ein Jubiläumsband. Das Herausgebergremium schaut mit berechtigtem Stolz auf diese Edition.

Anlass für den Band bot die jüngste Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung e. V. In einer schwierigen Situation gelang es 2011, zwei renommierte und international anerkannte Sprachforscher als Kandidaten für den Vorstand der Gesellschaft zu gewinnen. Der Germanist Professor Albrecht Greule und der Romanist Professor Dieter Kremer wurden gewählt. Beide übernahmen in zwei Wahlperioden, also über sechs Jahre, die Leitung und Führung unserer Gesellschaft, Dieter Kremer als Vorsitzender und Albrecht Greule als Stellvertreter. Beide wirkten nun auch zugleich als Mitherausgeber unserer Zeitschrift. Dieter Kremer zeigte besonderes Engagement und wurde zum Spiritus Rector der „NI“. Die Zeitschrift erhielt durch ihn in ihrer Struktur neue Impulse, thematische Schwerpunkte und eine weitere internationale Profilierung. Dieter Kremer hat in den Jahren von 2012 bis zum Erscheinen von NI 2017 im Jahr 2018 zusätzlich die gesamte Redaktionstätigkeit mit all ihren aufwändigen Korrespondenzen und Nebenarbeiten ehrenamtlich und ganz allein ohne jegliche Hilfe geleistet.

Es ist so gelungen, den beiden Vorsitzenden zum 75. Geburtstag ein Zeichen des Dankes zu setzen. Das hat vor allem auch die Mitwirkung von Wissenschaftlern aus ganz Europa möglich gemacht. Der vorliegende 55. Band der „NI“ ist zu einem Kulminationsband geworden. Das zeigt sich schon äußerlich vom Umfang her mit fast 700 Seiten, noch mehr aber in qualitativer Hinsicht. So trägt der Band den Titel „Namen in Europa“ und bietet „Onomastische Beiträge aus Geschichte und Gegenwart im kulturellen Kontext“. Das Spektrum der Themen und ihrer Autoren reicht im europäischen Rahmen von Nord bis Süd sowie von West bis Ost und bietet neue Einblicke in die Namenwelt der germanischen, romanischen und slawischen Sprachen. Die einzelnen Beiträge behandeln philologische, pragmatische, sprachhistorische, stilistische, dialektologische, soziolinguistische, theoretische und typologische Fragen verschiedener Namenklassen (Ortsnamen, Personennamen, Gewässernamen, Straßennamen, Sozionyme sowie Ergonyme) unter diachroner und synchroner Perspektive und bieten so einen Einblick in die Diversität und die Aktualität der europäischen Namenforschung.  Das Inhaltverzeichnis können Sie hier einsehen.

Die Übergabe des Bandes als „Festgabe“ an die Herren Kremer und Greule erfolgte am 8. Juni mit würdigenden Worten von Karlheinz Hengst namens der Herausgeber und Herausgeberinnen des Bandes im Rahmen einer Arbeitstagung mit dem derzeitigen Vorstand unserer Gesellschaft.