Deutsche sind bei Vornamen-Wahl beständig

Wie bereits in den Jahren zuvor hat das Namenkundliche Zentrum der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Institut für Informatik die im Jahr 2013 bundesweit vergebenen Vornamen ausgewertet und die häufigsten Vornamen ermittelt; vgl. hierzu auch die Pressemitteilung der Universität Leipzig vom 8. Mai 2014.

Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren haben sich kaum Veränderungen in den Spitzenpositionen ergeben. Bei den Mädchen sind weiterhin Sophie/Sofie, Marie, Sophia/Sofia, Maria, Mia, Emma, Anna/Anne, Emilia, Hann(h), Johanna, L(o)uisa/L(o)uise und bei den Jungen Maximilian, Alexander, Paul, Luca/Luka, Elias, Ben, L(o)uis, Leon, Felix, Noah, Lukas/Lucas die häufigsten Vornamen. Die Spitzenreiter Sophie/Sofie, Sophia/Sofia, Marie, Maria, Maximilian und Alexander sind nicht nur als Rufnamen beliebt, sondern werden häufig als Zweitnamen gewählt. Die häufigsten weiblichen und männlichen Vornamen machen ca. 10% aller eingetragenen Vornamen aus. Die Vornamenvielfalt und Vornamenanzahl steigt stetig. So wurden 90% aller ausgewerteten Vornamen im Jahr 2013 weniger als zehnmal in Deutschland eingetragen, 65% davon sogar nur einmal.

Ausgewertet werden konnten Vornamenlisten des Jahres 2013 aus 250 Standesämtern: Zum aktuellen Zeitpunkt sind das 273.039 Geburten mit 19.190 verschiedenen weiblichen Vornamen und 17.980 verschiedenen männlichen Vornamen. Einen Vornamen erhielten nach dieser Erhebung 145.491 Kinder (53,3%), zwei Vornamen 112.379 Kinder (41,1%), drei Vornamen 13.838 (5,2%) und mehr als drei Vornamen 1.331 Neugeborene (0,5%).

Je nach Region entscheiden sich Eltern für nur einen Vornamen (meist in Ost- und Norddeutschland) oder für zwei und mehr Vornamen (vor allem in Süd- und Westdeutschland). Beliebt sind bei den Jungen vor allem ein- und zweisilbige Vornamen. Weibliche Vornamen sind dagegen eher zwei-, drei- und mehrsilbig. Unter den hundert häufigsten weiblichen Vornamen findet man nur einen einsilbigen Namen – Kim. 52,8% aller weiblichen und männlichen Vornamen sind zweisilbig und 31,3% dreisilbig.

Der Wohlklang spielt eine große Rolle bei der Wahl des Vornamens. Es werden vor allem Vornamen mit den Anlauten M-, L- und J- gewählt. Die häufigsten männlichen Endungen sind -n (-ian, -in, -an, -on), -s (-ias, -as, -us, -ius, -es, -is) und -(e)l, -(e)r. Die weiblichen Vornamen sind vor allem durch die Endungen -a, -ia, -e und -i, -ie, -y gekennzeichnet.

Es werden auch weiterhin traditionelle Vornamen bevorzugt. Fast die Hälfte aller in einem Jahr eingetragenen Vornamen (45,32%) sind Vornamen, die in Deutschland eine lange Tradition haben. Dabei kommen immer mehr wieder germanische/altdeutsche Vornamen auf, wie Karl, Carl, Richard, Friedrich, Fritz, Heinrich, Heinz, Erich, Wilhem, Willi, Willy, Otto, Bruno, Leonhard, Leopold, Ludwig, Ferdinand sowie Ida, Frieda, Frida, Carla, Karla, Erika, Mat(h)ilda und Mat(h)ilde. Auch der männliche Vorname Adolf wurde 2013 mindestens neunmal eingetragen. Ein großer Teil der Eltern (36,92%) bevorzugt dagegen neue Vornamen aus dem englischen und angloamerikanischen Raum, wie zum Beispiel Lennox, Maddox, Jason, Joel, Lenny, Liam, Lias, Tyler, Justin, Jamie sowie Emily, Amy, Summer, Melody, Cheyenne, A(a)liya(h), Joy, Kimberl(e)y und Kim.

17,76% aller eingetragenen Vornamen sind ausländische Namen, davon allein 14,25% aus dem türkischen, kurdischen, arabischen und persischen Raum, die vor allem in Familien mit Migrationshintergrund vergeben werden. Der häufigste ausländische Vorname (Platz 23 der häufigsten männlichen Vornamen) ist der arabische männliche Name Mohamed mit seinen zahlreichen Varianten Muhammed, Mohammed, Mohammad, Muhammad, Mohamad, Muhamed, Muhammet und Mehmet. Unter den hundert häufigsten männlichen Vornamen sind auch Ali (Platz 60) und Emir/Amir (Platz 64) zu finden. Bei den häufigsten weiblichen Vornamen findet man nur Elif (Platz 91). Der türkische weibliche Name Nur ist auf Platz 110 zurückgefallen.

Zu den tausend häufigsten Vornamen, die 2013 in Deutschland eingetragen wurden, gehören auch weniger bekannte Namen wie Zoey, Liv, Luna, Amira, Amina, Luana, Medina, Mayla, Malou, Malu, Anouk, Grace, Cataleya, Soraya, Melody, Juna, June, Juli, Yuna, Chayenne, Cheyenne, Hope, Malak, Melek, Melike, Lorin, Maylin, Giuliana, Jamila, Giada, Jordan, Nada, Mihrimah, Priya, Linh, Bao, Nhi, Lya, My, Vy, Ha, Minh bei den Mädchen und Milan, Pepe, Luan, Bela, Béla, Mio, Aras, Giuliano, Elian, Aidan, Aiden, Ayden, Ethan, Neven, Jayson, Nevio, Taylan, Junior, Tiago, Thiago, Diego, Logan, Jay, Yahya, Junis, Junes, Prince, Elyesa, Keno, Elvis, Jackson, Anakin, Keanu, Castiel, Erion, Diar, Kiyan, Phileas, Loris, Alper, Meo, Gia, Ozan, Malek, Milow, Miles, Rion, Singh, Meo, Duc, Bao, Huy, Nam, Anh, Lee, Minh bei den Jungen.

Einige der eher ausgefallenen Vornamen des Jahres 2013, die von Standesbeamten genehmigt wurden, lauten Takoda, Numalu, Temulin, Diamant, Ross, Wellington, Twombly, Weifung, Takuma, Sturmius, Slupy, Sittich, Saurbeck, Saloniki, Rembrandt, Phönix, Park, Papa, Olé, Nixon, Monroe, Mogli, Jogi, Joop, Jazz, King, Kingston, Kingsley, Tiger, Godswill, Godsgift, Godlight, Galan, Friedensreich, Friedgott, Fürchtegott, Gottfrieda, Happy, Happiness, Summer-Sunshine, Peach, Peaches, Sunday, Moon, Moonlight, Sky, Princess, Madonna-Princess, Prinzessa, Queen, Minze, Minza, Nova-Hope, Pepper, Pepper-Ann, Pebbles, Paris, Berlin, London und Prayer.

Alle Ergebnisse dieser Statistik fließen direkt in Lehre und Forschung ein (Langzeitstudie: Tendenzen in der Vornamengebung in Deutschland). Sie werden außerdem in den Workshops zum Thema „Vornamen in der Gesellschaft“ im April und Mai 2014 an der Universität Leipzig vorgestellt.

Kontakt: Namenberatungsstelle an der Universität Leipzig
www.namenberatung.eu

Infos zu den Workshops hier im Blog:
Vornamengebung in Deutschland heute – 30. April 2014
Vornamen und was sie aussagen – 21. Mai 2014