Die Mainzer Namenforschung berichtet auf Ihrer Seite über österliche Familiennamen im Deutschen. Ein informativer und zugleich erfrischender Artikel passend zum Fest.

Die Leipziger Namenforschung informiert im Folgenden über Ostern in den romanischen Sprachen.

Pascal und Florida

Ostern, als das vielleicht bedeutendste Fest des Kirchenjahres, wird in den romanischen Sprachen nach dem hebräischen Namen Pesach > griechisch Pascha > lateinisch pascha > mittellateinisch pascua (durch Eindeutung von pascua „Weide“ = Ende der Fastenzeit) > it. Pasqua, frz. Pâques, spanisch Pascua, portugiesisch Páscoa usw. benannt. Vielfach werden nicht nur das Osterfest sondern wichtige Kirchenfeste so bezeichnet, etwa italienisch Pasqua di ceppo „Weihnachten“, Pasqua dei Morti „Allerseelen“, spanisch Pascua del Espíritu Santo „Pfingsten“ usw. Aus diesem Grund sind für „Ostern“ oft ergänzende Bezeichnungen gebräuchlich, etwa italienisch P. di Rissurrezione (oder P. maggiore, volkstümlich P. d’agnello, P. d’uova). Besonders leicht zu verwechseln ist Ostern mit dem „Palmsonntag“, französisch dimanche des Rameaux, italienisch Pasqua fiorita, spanisch Pascua Florida: An diesem Tag entdeckte Juan Ponce de León die nordamerikanische Halbinsel Florida (in englischer, falscher, Betonung Flórida), einem beliebten Verfahren zur Benennung von Neuentdeckungen (Rio de Janeiro usw.). Die dort gegründete Kolonie mit bewegter Geschichte wurde La Florida genannt. In einem zeitgenössischen portugiesischen Bericht aus dem Jahre 1557 heißt es: „am 25. Mai, Tag der Pascoa d’Espirito Santo, sahen sie das Land der Florida“.

Wie andere Kirchenfeste (vgl. etwa Natalis, Natal, Nadal, Noël, Navidad usw.) spielt auch Ostern in der Namengebung eine wichtige Rolle. Das Adjektiv pascualis „österlich, zu Ostern gehörig“, vermutlich in der Kombination dies paschalis „Ostertag“, wurde zum Personennamen italienisch Pasquale, spanisch Pascual, französisch Pascal usw., sicherlich in der Grundbedeutung „zu Ostern geboren“. Der französische Name wurde in jüngerer Zeit ins Deutsche entlehnt und hier zum Modenamen, mit der weiblichen Anbildung Pascale. Vor allem vom Namenträger Blaise Pascal (1623-1662) wurden auch deonymische Termini abgeleitet (Druck- und Spannungseinheit, Programmiersprache).

Kirchliche Feste und die Monats- und Wochentage sind ein wichtiges Motiv (Geburtstag, Gebräuche u.a.) der Namengebung, wozu gelegentlich einige Beispiele. Für die Karwoche (mit mhd. kar „Sorge, Kummer“), insbesondere Gründonnerstag (diskutierte Herkunft) und Karfreitag kennen die lateinisch-romanischen Sprachen hauptsächlich nur die Bildung mit sanctus „heilig“: settimana santa, Semaine sainte, Semana Santa (auch semana mayor, semana grande) und die dazu gehörigen Tagesbezeichnungen Giovedì/Venerdì Santo (auch giovedì di passione), Jeudi/Vendredi saint, Jueves/Viernes santo (auch Jueves de la cena, Viernes de la indulgencia, Viernes de la Cruz).