In der gestrigen Ausgabe der Leipziger Volkszeitung wurde mehrfach über den Opernregisseur Calixto Bieito berichtet. Auf derselben Seite wird er einmal als "Portugiese" (Bericht zur Berliner Schreker-Inszenierung) und als "Katalane" (übernimmt die Leipziger Tannhäuser-Inszenierung) bezeichnet. Beides ist falsch und zeigt die Nachlässigkeit im Umgang mit Personen und ihren Namen. Calixto Bieito ist Spanier, geboren in Miranda del Ebro (wichtiger Verkehrsnotenpunkt in der kastilischen Provinz Burgos), sein Vater stammt aus Galicien (daher der Name), seine Mutter kommt aus Südspanien.

Mit ein wenig Sprachkenntnis wird man den Familiennamen Bieito möglicherweise als galicisch identifizieren, doch ohne vielleicht spontan seine Etymologie zu erkennen. Bieito ist nichts anderes als die galicische Entsprechung zu lateinisch BENEDICTUS. Im Spanischen (Kastilischen) lautet die Form Benito (die auch im Italienischen Verbreitung gefunden hat gegenüber dem einheimischen Benedetto). Die portugiesische Entsprechung lautet Bento (die auch im Galicischen Variante von Bieito sein kann). Das sieht kompliziert aus, ist aber der "normalen" Sprachentwicklung vom Lateinischen zu den betreffenden romanischen Sprachen geschuldet, in diesem Fall dem Verlust des intervokalischen -n- im Westen der Halbinsel (MONETA > moeda, MANU > mão) und die unterschiedlichen Ergebnisse der Konsonantengruppe -ct- (galicisch und portugiesisch und auch französisch -it-, spanisch -ch-, itaiienisch -tt-, etwa nocte > noite, noche, nuit, notte).