Kurzinformation zu einem Familiennamen

Die Familiennamengruppe um Allofs, dazu gehören u. a. auch die Varianten Alof (aber keinen *Allof oder *Aloff) und Alofs, gibt es nicht nur im Fußballkontext. Diese Namen sind (in Deutschland) durchaus selten, die Verbreitung im westlichen Rheinland (Typ Alofs in Kleve, Typ Alof im Westerwald usw.) lässt sich mit den bekannten Hilfsmitteln leicht kartieren. Auch die etymologische Erklärung aus einem mittelalterlichen, germanischen Personennamen Adalulf (zusammengesetzt aus den beiden germanischen Namenwörtern *aþal ‘Adel’ und *wulf ‘Wolf’, eine inhaltliche Deutung sollte man besser nicht versuchen) und der dazugehörigen patronymischen Form im Genitiv ist letztlich unproblematisch. Doch gibt es interessante Details zur Namenform und Namenverbreitung

Die Basis Adalulfus (so in den mittelalterlichen Urkunden) ist gewiss unstrittig, wobei die phonetische Kürzung adal- > al- (Albert < Adalbert, Alice < Adelheid usw.) den Normalfall darstellt. Auf diese Ausgangsform geht allgemeiner Auffassung nach auch der Personenname Adolf zurück, mit dem in der Literatur Alof (über komplizierte phonetische Wandlungen) identifiziert wird. Ist dieser Vorgang Adolf > Alof vielleicht nachvollziehbar, so ist zumindest die Gleichung Adalulf > Adolf zu hinterfragen. Es könnte auch ein (aus *aþal- gekürztes) Namenglied *aþa- vorliegen, also ein PN *Adaulf. Davon zu trennen ist der westgotische Königsname At(t)aulfus (410–415), der im 19. Jahrhundert wieder als historisierender PN Ataúlfo aufkommt, aber mit dem dt. Adolf wohl wenig zu tun hat.

Das Problem Al- < Adal(ulf) (usw.) bzw. Al- < Adolf <Adalulf- wird bei einer genaueren geographischen Überprüfung besonders deutlich. Unsere Familiennamengruppe ist wenig zahlreich und auf einen engen geographischen Raum beschränkt. Er fehlt im Reichstelefonbuch 1942, ist also entweder sehr selten oder jung. Ein Blick über die Grenzen ist nützlich. In den Niederlanden leben 540 Personen namens Alofs (dazu 25 Alofsen), in Belgien 77 (Lüttich 32, Anvers 17, Ostflandern 1). Hinzu kommt der französische Familienname Allou (554 Geburten zwischen 1891 und 1990, Schwerpunkt Somme), Alloux (163, Aisne), Aloux (4), Alou (21, Haut-Rhin). Diese Namen werden aus Adalulfus bzw. Alulfus erklärt, historische Belege seit etwa 800 gibt es in ausreichender Zahl.

Doch damit nicht genug. Genau parallel zu Namentyp Alof/Alofs/Allofs steht der häufigere Familienname Alef(f), Alefs, Alefsen (davon möglicherweise zu trennen Alf, Alff, Alfes, Alfs), auch in den Niederlanden (Al(l)ef, Alefs/Allefs, Alefsen) und Belgien (Alef(f)) – der französische Familienname Alef ist nur auf Reunion – nachgewiesen, man bräuchte nur die entsprechenden Karten übereinander zu legen. Beide Namengruppen sind bloße Varianten desselben Namens Alof bzw. Alef (beide als Personenname seit dem späten Mittelalter im gleichen Raum belegt) und offensichtlich identischer Herkunft.

Es lohnte eine genauere Untersuchung, wozu diese Notizen (nicht Namengutachten!) anregen möchten.