Zum Thema „Nachhaltigkeit und Stärke von Firmennamen in wirtschaftlichen Krisen“ hielt Dr. Ingrid Spitzner am 25. November an der Universität Leipzig einen Vortrag. Mit vielen konkreten Beispielen zeigte sie, wie nachhaltig und beständig Firmennamen sind. Der Workshop wurde von der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung e.V. organisiert. Mehrfach im Jahr richtet die Gesellschaft Workshops für Studenten des Wahlbereiches „Onomastik“, Namenforscher und interessiertes Publikum aus.

Wirtschaftliche Informationen finden heutzutage viel Aufmerksamkeit in den Medien. Namen von Firmen sind allgegenwärtig. Zu Beginn des Vortrages stellte Dr. Spitzner zunächst die Voraussetzungen für Firmennamen vor. Der Name besteht aus dem Namen des Gründers und dem jeweiligen Rechtszusatz (GmbH, AG, KG). Zusätzlich können noch Produkt- und Fantasienamen hinzukommen. Auch reine Fantasienamen treten immer häufiger auf. Ein Firmenname kennzeichnet dabei eine bestimmte Firma und unterscheidet sie von anderen Firmen. Neben der Identifikations- und Schutzfunktion hat ein Firmenname vor allem auch eine Signalfunktion.

Der Hauptfokus des Vortrages lag auf der Darstellung von mehreren Familienunternehmen. Die Beispiele waren vielfältig, von Autofirmen (Karmann), über Spielwaren (Märklin, Käthe Kruse), Schokolade (Most, Mauxion), Lebensmittel (Knorr, Kathi) bis hin zu Porzellan (Rosenthal).

Viele dieser Unternehmen haben lange Geschichten. Die Namen der Gründer gehen oft auf das Produkt über und werden selber zur Marke. Wenn Firmennamen so populär und wertvoll sind, werden die Namen auch dann beibehalten, wenn kein Familienmitglied des Gründers mehr in der Firma ist. So ist es bei Knorr geschehen. Andere Unternehmen sind auch heute noch Familienbetriebe.

Die für Backmischungen bekannte Firma „Kathi“ wurde 1951 von Kurt und Käthe Thiele gegründet und ist heute noch in der Hand der Familie. Der Name ist eine Zusammensetzung aus den Vor- und Familiennamen der Gründer.

Dr. Spitzner endete den Vortrag mit dem Satz: „Firmennamen sind ökonomische sprachliche Zeichen“. Der Name einer Firma beinhaltet viele Informationen. Die Assoziationen, welche mit Firmennamen verbunden sind, resultieren vor allem aus den Leistungen des Unternehmens: Welche Qualität haben die Produkte? Ist das Unternehmen innovativ? Wie stark engagiert sich das Unternehmen für Sozial- oder Umweltprojekte? All diese Fragen bestimmen letztendlich den Erfolg und Fortbestand.

Der Workshop hat einen ersten Eindruck in das große Themenfeld der Firmennamen gegeben. Da Firmennamen heute oftmals Fantasiebildungen sind, wären einige zusätzliche Beispiele aus diesem Bereich interessant gewesen. Es gibt viele Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben, Namen zu kreieren. Inzwischen gibt es auch Programme, welche den perfekten Namen finden sollen. Welche aktuellen Trends in der Firmenbenennung vorherrschen, nach welchen Kriterien die Namen gegeben werden oder wie mit Umbenennungen umgegangen wird, diese Punkte blieben vorerst offen. Der Vortrag hat bei vielen im Publikum Interesse geweckt. Das Thema wird von der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung in Zukunft sicher noch einmal aufgegriffen.