Ehrenkolloquium zum 80. Geburtstag von Dr. Gerhard Koß

Exakt am Tag seines 80. Geburtstags, am 6. Dezember 2013, ehrte die Forschergruppe NAMEN der Universität Regensburg ihr am 6.12.1933 in Plauen (Vogtland) geborenes Mitglied Gerhard Koß (Weiden) mit einem Namenkundlichen Kolloquium an der Universität Regensburg.

Durch seine Anwesenheit unterstrich auch der Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung, Prof. Dr. Dieter Kremer (Leipzig), die nationale und internationale Bedeutung von Gerhard Koß für die Namenforschung. Dr. Dietlind Kremer, Leiterin sowohl des Namenkundlichen Zentrums als auch des Studiengangs Onomastik an der Universität Leipzig, führte in ihrer sehr persönlich gehaltenen Laudatio nicht nur das Leben des Jubilars, sein wissenschaftliches Werk, seine Verbundenheit mit der internationalen Namenforschung, besonders seine Verbundenheit mit den Namenforschern der DDR, vor Augen, sondern zeigte durch das wiederholte Zitat „Schlagen Sie mal im KOSS nach!“, welche Fundgrube für jeden an den Namen gleich welcher Gattung Interessierten die Einführung in die Onomastik (Tübingen 2002) darstellt. 

Auf drei Festvorträge mussten sich die Organisatoren beschränken, um die Wirkung des vielfältigen wissenschaftlichen Werks von Gerhard Koß in der neuesten Forschung in einem angemessenen Zeitraum zu zeigen. Am Anfang seiner wissenschaftlichen Tätigkeit stand die Dialektologie der ostfränkischen Mundart. Von hier gerieten dem Forscher die Ortsamen ins Visier; dann folgten Beiträge zur Motivation der Rufnamengebung. Von hier führte der Weg direkt zu den Warennamen, einem absoluten Spezialgebiet von Gerhard Koß. Besondere Bedeutung gewann der Schulmann, Deutsch-Didaktiker und Hochschullehrer Koß durch seine Verbindung von Onomastik und Schulunterricht. Welche Resonanz der Jubilar auf diesem Feld findet, verdeutlichte Dr. Stefan Hackl (Mühldorf am Inn/Regensburg) in seinem Vortrag „Herkunft und Bedeutung von Vor-, Familien- und Ortsnamen als Unterrichtsgegenstand in der 6. Jahrgangsstufe am Gymnasium“. Auf die Rolle der Namen sowohl in neuesten Kinder- und Jugendbüchern als auch besonders in den Märchen verwies eindringlich Professor Dr. Kurt Franz (Regensburg). Gleichzeitig wurde in seinem Vortrag deutlich, wo bei der literarischen Onomastik der Schuh drückt: Neben der von Kurt Franz vorgeführten Kategorisierung fehlt zum Beispiel eine Untersuchung der Morphologie der in der Kinderliteratur vorherrschenden Fantasienamengebung. Ihre Reverenz für das Werk von Gerhard Koß erwies Dr. Sandra Reimann, Sprecherin des Regensburger Verbunds für Werbeforschung, mit einem Vortrag zu den Namen von Weinen. Sie machte sich dazu die Schätze des Historischen Werbefunkarchivs (Universität Regensburg) zu nutze und machte die Werbung für Weine auch hörbar. Nebenbei war zu entdecken, dass in der Werbung neben den Namen der Ware Wein („Goldener Oktober“) eine Fülle anderer Namentypen auftritt und zu untersuchen wäre.

Der Jubilar bedankte sich am Ende des Kolloquiums, das die Balance zwischen Wissenschaft und familiärer Feier hielt, mit bewegten Worten für die Gratulationen und die ihm zuteil gewordene Ehrung.