Ein Beitrag zum Stadtjubiläum von Leipzig

Am 10. Juni 2015 laden die Deutsche Gesellschaft für Namenforschung e.V. (GfN) und das Namenkundliche Zentrum zum 2. Workshop zur Namenforschung an der Leipziger Universität im laufenden Sommersemester ein. Als Gast spricht Prof. Dr. Karlheinz Hengst zu einem Thema der mehr als 1000jährigen Geschichte der Stadt Leipzig und ihres Umlandes.

Karlheinz Hengst war von 1993 bis zu seiner Emeritierung 1999 Professor für Onomastik an der Universität Leipzig. Als Slavist und Namenforscher veröffentlichte er über 600 Publikationen, unter denen hier nur die Studien zu den Ortsnamen Südwestsachsens genannt werden sollen. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Namenkundliche Informationen (NI) und der Schriftenreihe Onomastica Lipsiensia. Eine Würdigung seines unfangreichen Werkes erscheint in Kürze in Heft 103/104 der NI.

Was erwartet die Besucher des Workshops?
Anhand einer Urkunde von 1071 wird eine historische und sprachliche Interpretation erarbeitet. Der Untersuchungsgegenstand sind die Onyme. Diese werden zunächst im Text ermittelt. Anschließend werden sie dann differenziert nach Toponymen (Ortsnamen) und den ins Blickfeld zu nehmenden Anthroponymen (Personennamen). Innerhalb letzterer erfahren die Personennamen deutscher Prägung weitere Aufmerksamkeit hinsichtlich
a) Struktur und Erkennungsmerkmalen,
b) Bildung von Kurznamen,
c) Verhältnis zwischen Schreibung und Lautung,
d) sozialer Differenzierung.
Die in der Urkunde enthaltenen slawischen Personennamen erhalten die Teilnehmer in einer Übersicht zur Ermittlung von
a) Übereinstimmung und Abweichung in der Schreibung im Vergleich zu den deutschen PN und
b) der Relation zwischen deutschen und slawischen PN in der Urkunde.
Abschließendes Anliegen ist es, aus der Urkunde Schlussfolgerungen zur sprachlichen Situation in Nord- und Mittelsachsen vor 1000 Jahren zu ziehen.

Mitglieder der GfN und Interessenten sind herzlich willkommen.

Prof. Dr. Karlheinz Hengst
Personennamen im Raum Leipzig vor 1000 Jahren
Mittwoch, den 10. Juni 2015
13:00–15:00 Uhr
Uni Leipzig, Seminargebäude S 126