Der zweite namenkundliche Workshop an der Universität Leipzig in diesem Semester findet am Mittwoch, dem 4. Dezember 2013, von 13:00–15:00 Uhr, im Seminargebäude der Uni Leipzig statt. Das Thema der Veranstaltung ist „Digitale Kartierung. Neue Perspektiven für die Siedlungsnamenforschung“.

Hierzu laden das Namenkundliche Zentrum der Universität und die Deutsche Gesellschaft für Namenforschung e.V. alle Interessenten, GfN-Mitglieder wie Gäste, herzlich ein.

Der Workshop wird von Frau Dr. Kathrin Dräger geführt. Frau Dräger ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt „Deutscher Familiennamenatlas (DFA)“ unter Leitung von Prof. Dr. Konrad Kunze in Freiburg beschäftigt. Das Atlas-Vorhaben entsteht kooperativ am Deutschen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und am Deutschen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Bereits vier der insgesamt sechs Bände sind bisher beim Verlag De Gruyter erschienen.

Im Jahr 2012 promovierte Kathrin Dräger zum Thema „Familiennamen aus dem Rufnamen Nikolaus in Deutschland“, in diesem Jahr erschien im Verlag Edition Vulpes in der Reihe „Regensburger Studien zur Namenforschung“ die gleichnamige Monographie. Für diese Arbeit erhielt sie im September 2013 den Peter-von-Polenz-Preis. Eine Rezension zu diesem Band aus der Feder von Sabrina Ulbrich, Leipzig, findet sich hier im Blog (Beitrag vom 21.10.2013).

Im Workshop stellt Frau Dräger den Prototyp eines Kartierungsprogramms für Siedlungsnamen vor, der als Nebenprodukt der Arbeit am vierten Band des Deutschen Familiennamenatlasses hervorgegangen ist; dieser Band gilt den Familiennamen nach der Herkunft und nach der Wohnstätte. Mit Hilfe so genannter regulärer Ausdrücke lassen sich aus einer Datenbank rezenter Siedlungsnamen der Bundesrepublik Deutschland Namen nach bestimmten Merkmalen herausfiltern, beispielsweise alle Siedlungsnamen, die auf -tal oder -thal enden, die mit Groß- beginnen, die einen Bindestrich enthalten usw. Die Suchergebnisse können miteinander kontrastiert und mit Torten- oder Flächendiagrammen dargestellt werden. Das Kartierungsprogramm erleichtert den Zugang zu phonologischen, graphematischen und morphematischen Fragestellungen, die bislang in der Siedlungsnamengeographie wenig Beachtung fanden.

Mittwoch, 4. Dezember 2013, 13:00–15:00 Uhr
Dr. Kathrin Dräger, Freiburg
„Digitale Kartierung. Neue Perspektiven für die Siedlungsnamenforschung“
Universität Leipzig, Seminargebäude, Raum S 126

Einen Überblick über alle Workshops in diesem Semester finden Sie im Blogbeitrag vom 21.09.2013.